26.02.2013

Maria Noichl für intelligenten Ausbau der A8

Die BI fordert ja einen „intelligenten“ Ausbau der A8 zwischen Rosenheim und der Landesgrenze. Das beinhaltet laut Sprecherin Marlis Neuhierl-Huber den alleinigen Anbau von Standspuren für die Sicherheit und dazu eine Geschwindigkeitsbeschränkung, kombiniert mit einem menschenwürdigen Lärmschzutz für die Anwohner.

Auf der BI-Versammlung in Rohrdorf begründeten mehere Redner diese Forderungen. So ging Josef Fortner aus Achenmühle auf die Wirkungen des im Vorjahr durchgesetzten Tempolimits auf den Lärmschutz ein: Nicht nur, daß dann keine so riesigen, „landschaftsverschandelnden“ Schutz-Bauwerke mehr erforderlich wären. Auch die höher  gelegenen Anwohner, für die die Bauwerke gar keine Wirkung haben, profitierten davon. Ebenso weiter entfernte Anwohner, für die ja gar kein Lärmschutz vorgesehen sei.
Weder eine dritte Fahrspur, noch eine Zuschaltbarkeit von Standstreifen seien angesichts der aktuellen Verkehrsprognosen und der bisher nicht berücksichtigten Verkehrsverlagerungen zur neuen A94 nötig, insbesondere wenn durch ein Tempolimit der Verkehr verstetigt und damit die Kapazität der Autobahn spürbar erhöht würde.

Hubert Reiter aus Vachendorf zeigte dann anhand von Berechnungen auf, daß ein Vollausbau auf 6+2 Spuren mindestens doppelt so breit würde wie bisher. Dazu käme aber noch zusätzlicher Landschaftsverbrauch für die Lärmschutz-Wälle, verbreiterte Mittelstreifen in den Kurven, extrem breite Böschungen, Abwasserteiche, Abraumhalden, Ausgleichsflächen. Der alleinige Anbau von Standstreifen würde nur maximal 28 Meter anstatt 36 Meter reinen Fahrbahn-Querschnitt bedeuten, das bedeute nur die Hälfte zusätzlicher Flächenverbrauch.

Die Hauptrednerin, Landtagsabgeordnete Maria Noichl von der SPD, wies u.a. auf die Folgen für die Landwirtschaft hin: Bundesweit würden seit Jahren täglich über 80 Hektar (in Bayern 20) aus der Natur genommen. Das könne nicht so weitergehen. Nicht die Ausweisung der für derartige Projekte vorgeschriebenen, sowieso geringen Ausgleichsflächen sei das Übel, sondern diese ungebremste Bautätigkeit auf den Produktions-Flächen selbst. Letztere verursache die Flächenknappheit in der Landwirtschaft. Wenn man nur an den Ausgleichsflächen spare, wäre kaum etwas gewonnen, dafür aber das ökologische Gleichgewicht, von dem auch die Landwirtschaft abhänge, immer noch mehr gefährdet. Daher unterstütze sie selber voll die Forderungen der BI und verweise ansosnten auf das Wahlprogramm der BayernSPD, das einen „moderaten“ Ausbau fordere.

Hier knüpfte Günter Wolf aus Anger an, der noch den weiteren Verlauf des Planungsverfahrens erläuterte. Bevor das Planfeststellungsverfahren nächstes Jahr eingeleitet wird, wäre jetzt noch Zeit, Einfluß auf Politiker und Parteien zu nehmen.
Er rief alle auf, Abgeordnete und Minister anzuschreiben und um ein Überdenken dieser landschaftszerstörerischen Maßnahme zu bitten, auch angesichts der immensen Kosten und der Auswirkungen auf die Lebensqualität der Anwohner und den Tourismus.

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